Sport

Sport und Jugendpolitik sind eng verwoben

Berlin soll DIE Sportmetropole Deutschlands sein.

Doch gemeint sind damit leider viel zu häufig (inter-)nationale und kommerzielle Großveranstaltungen. Der Amateur- und Breitensport, der unsere Stadt so großartig macht, fällt dabei leider zu häufig hinten runter.

Mit sechs(?) Profiligavereinen beweist Berlin das sportliche Potenzial der Stadt. Aber die gesamte Vielfalt des Sports zeichnet sich durch die unzähligen Amateurvereine und den vereinsungebundenen Breitensport. Noch vielfältiger sind die Gesichter im Sport. Denn Sport in Berlin ist für Jede und Jeden da. Das muss das Land Berlin stärker unterstützen.

Zu viel Geld fließt rein in den professionellen Männerfußball. Während Topklubs das Geld hinterhergeschmissen bekommen, müssen alle anderen um die verbleibenden Cents kämpfen. Es muss mehr Geld in den Amateur- und Breitensport sowie den nicht-männlichen Profisport fließen. Das bedeutet, dass vor allem die Belegung von städtischen und bezirklichen Sportstätten ausgeglichener werden und Gelder gerechter aufgeteilt werden.

Zum Profisport gehört Fankultur. Diese ist ein wichtiger Bestandteil des Sports und der Stadt und eine essentielle Stütze der Bewegung gegen die Kommerzialisierung des Sports. Gerade in der Ultra- und Hooliganszene des Männerfußball finden sich allerdings toxisch-patriachale Strukturen, die immer wieder durch rechtes, rassistisches, homophobes und frauenfeindliches Verhalten auffallen. Das schließt andere Fans vom Sport aus und wirkt sich, durch Ausschreitungen, teils auf das gesamte Stadtleben aus. Dieses Phänomen ist dabei nicht nur im Profisport zu sehen. Es braucht strukturelle Antworten, die mehr Menschen einschließen. Zu dem sollte sich Berlin der, aus Bremen stammenden, Praxis anschließt und die extra Kosten durch Hochrisikospiele an die DFL ebenfalls weiterleitet.

Leistungssport hat die Aufgabe Talente zu fördern und auf eine professionelle Karriere vorzubereiten. Kontinuierlich beweisen Studien und Enthüllungen, welche fatalen Folgen die Kultur im Leistungssport für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Sportler*innen haben kann. Die Studie zu „Sexualisierte Gewalt und sexueller Kindesmissbrauch im Kontext des Sports“ der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, erste ihrer Art, verlangt eine Ent-romantisierung des Sports, denn diese schütze vor allem Täter*innen und Vereine, nicht Betroffene. Wir brauchen in Berlin strukturelle Antworten auf Diskriminierung und Missbrauch. Die unabhängigen Anlaufstelle für Diskriminierung im Sport ist ein guter Anfang, davon braucht es mehr.

Sport- und Jugendpolitik sind eng verwoben.

Jugendsport ist abhängig von funktionierenden Sportstätten. Aktuell hängen viele Sportstätten im Sanierungsstau. So werden verfügbare Potenziale nicht ausgeschöpft. Sportstätten müssen zügig und zukunftsorientiert saniert werden. Wer für die Jugend baut darf dabei nicht auf kosten der Jugend bauen. Sportstätten müssen stark mit nachhaltigen Energien ausgestattet werden, das entlastet auch direkt die Kassen der Vereine.

Sport für die ganze Stadt.

DIE Sportmetropole Deutschlands muss Sport für die gesamte Stadtgesellschaft bieten. Weg von der Fokussierung auf professionellen Männerfußball hin zu Frauen-, Amateur- und Breitensport in allen Disziplinen. Ein spezielles Thema ist dabei der Kostenaufwand für Sporttreibende. Niemand sollte auf Grund der eigenen Finanziellen Lage vom Sport ausgeschlossen werden. Aktuell leisten diesen Support vor allem Vereine. Berlin muss verstärkt dort den finanziellen Aufwand ausgleichen, wo Einzelne sonst vom Sport ausgeschlossen werden.

Berlin ist die coolste Stadt der Welt! Das wissen wir alle. Aber kein Thema zeigt das so deutlich, wie der Sport.

Nahezu egal, was dein sportliches Herz begehrt – du wirst in Berlin fündig. Ausreichend gefördert wird dabei aber nur der professionelle Männerfußball. Doch Berlin hat so viel mehr zu bieten. Diese Vielfalt zu fördern, sehe ich als meine Aufgabe.

Berlin, das meint nicht nur die sechs Profivereine der Stadt, sondern vor allem die unzähligen Amateurvereine und der vereinsungebundene Breitensport.

Ist etwas eine Sportart, dann kann sie in Berlin auch trainiert werden. Genau dafür stehe ich ein.

Sportpolitik ist zu häufig auf Männerfußball fokussiert. Doch daneben gibt es vieles weiteres zu entdecken!

Ähnliche Beiträge